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29.04.2025

Nekrotisierende Enteritis bei Geflügel

Die nekrotische Enteritis (NE) ist eine bedeutende Geflügelkrankheit, die durch Clostridium perfringens verursacht wird und zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten führt. Wirksame Präventionsstrategien sind unerlässlich, um die Gesundheit und Produktivität der Herde zu erhalten.
Geflügel Herausforderungen Sangrovit Wissenschaft & Forschung

  • Verursacht durch Clostridium perfringens
  • Ausgelöst durch proteinreiche Ernährung und schlechte Darmgesundheit
  • Kann zu hoher Sterblichkeit und vermindertem Wachstum führen
  • Behandlung durch Kokzidiose-Kontrolle und Ernährungsumstellung
  • Unterstützt durch Futterzusätze für die Darmgesundheit
   

Das Problem

Schätzungen zufolge kostet die durch Clostridium perfringens ausgelöste Nekrotisierende Enteritis (NE) die Geflügelindustrie weltweit jährlich 5-6 Milliarden USD. Klinische Fälle von NE werden nicht allzu häufig beobachtet, doch wenn, zeigen die betroffenen Geflügelbestände Mortalitäten von bis zu 30 %. Die höchsten Kosten werden jedoch durch die subklinische Form von NE verursacht. Laut Schätzungen von Skinner et al. (2010) führt die Schädigung der Darmschleimhaut zu einer Reduzierung des Körpergewichts von 12 % und einer Verschlechterung der Futterverwertung von 10,9 % im Vergleich zu gesundem Geflügel. Dadurch ist eine subklinische NE mit Verlusten von 0,05 € pro Tier verbunden. Die Inzidenz wird auf 20 % der Geflügelbestände geschätzt.

Berichte zu NE sind bereits in der Literatur seit dem Jahr 1930 enthalten. Da die Mastgeflügelindustrie zu diesem Zeitpunkt weniger stark spezialisiert war, wurde die Erkrankung erst Ende der 1960er Jahre ernst genommen, als erstmals klinische Fälle gemeldet wurden. Mit dem Beginn der Nutzung von antibiotischen Wachstumsförderern (Antimicrobial growth promoters/ AGPs) in der Mastgeflügelproduktion geriet NE erneut beinahe in Vergessenheit. Im Jahr 2006 wurden AGPs in der EU verboten, und plötzlich war NE in aller Munde, da die Erkrankung infolge der verringerten Nutzung von AGPs wieder auf dem Vormarsch war. Da immer mehr Länder dem Vorbild der EU bei der Reduzierung von AGPs in der Geflügelproduktion folgen, sucht die Branche nach neuen Möglichkeiten zur Kontrolle von NE.
 

"Wer" verursacht Nekrotisierende Enteritis?

Clostridium perfringens (C.p.) ist ein gram-positives, stäbchenförmiges, anaerobes, sporenbildendes Bakterium. C.p. ist ubiquitär (allgegenwärtig), und ein normaler Bewohner des Caecums, wo das Bakterium auch zu keinen Problemen führt. Die Erkrankung tritt auf, wenn ein übermäßiges Wachstum von C.p. im Dünndarm unter prädisponierenden Faktoren vorliegt. Aufgrund der Sporenbildung ist es sehr schwierig, die Erkrankung zu bekämpfen und zu kontrollieren, und es gibt eine Vielzahl an möglichen Infektionswegen (Fig. 1):
 

Nicht jeder C.p.-Stamm ist pathogen. Neben dem Toxin NetB (Necrotic Enteritis toxin B-like), das von wesentlicher Bedeutung für die Auslösung der Erkrankung ist, können mehrere prädisponierende Faktoren einen Einfluss auf das Auftreten von NE haben (Fig. 2):
 

Nekrotisierende Enteritis – Prophylaxe

Neben einem guten Kokzidiose-Management sind optimale Haltungsbedingungen, Hygienemanagement und Maßnahmen zur Unterstützung einer physiologischen Darmfunktion und -barriere die Hauptfaktoren für die Prävention von NE. Weltweit gesehen verwenden einige Produzenten ausschließlich pflanzliche Proteinträger, um die Proteinverdaulichkeit zu fördern. Dadurch erreichen weniger Proteine das Caecum, wo C.p. lebt, ohne Schäden zu verursachen. Wenn weniger Nährstoffe den Dickdarm erreichen, stehen C.p. ebenfalls weniger Nährstoffe zur Verfügung, sodass das Risiko eines übermäßigen C.p.-Wachstums minimiert wird.

Durch die Förderung der Darmgesundheit kann eine erhöhte Nährstoffabsorption erreicht werden, während gleichzeitig die Darmintegrität verbessert und somit ein Beitrag zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Pathogenen geleistet wird. Hier können Futterzusatzstoffe bei der Förderung der Darmgesundheit helfen und einen Beitrag zur Unterstützung der Tiere in herausfordernden Situationen, wie z.B. einer NE-Infektion, leisten.
  

Über die Autorin

Murat Devlikamov hat an der Justus-Liebig-Universität Gießen Agrarwissenschaften studiert und sich in seiner Abschlussarbeit mit Masthähnchenfütterung beschäftigt. Bei Phytobiotics ist er als Produktmanager des pflanzlichen Produktes Active D tätig. Murat sucht mit wissenschaftlichen Studien zur gezielten Vitamin D Versorgung nach praxisnahen Lösungen für Tiere in Phasen besonders hoher Stoffwechselbelastungen.

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